Tuesday, July 20. 2010Uns gehört die Welt
Das Problem der Gentechnik wird meist auf die Gesundheit beim Verzehr solcherart produzierter Lebensmittel reduziert. Doch es geht um viel mehr, es geht um Abhängigkeiten, um eine neue Form des Kolonialismus.
Seit kurzem gibt es eine Neuauflage des Buches "Uns gehört die Welt" von Klaus Werner-Lobo. In diesem Buch findet sich eine sehr gute und leicht verständliche Erklärung zum wirklichen Problem der Gentechnik in der Landwirtschaft. Seite 99 Unser Plante könnte problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren, auch ohne Raubbau an der Natur zu betreiben. (…) Jedes Land der Erde – ausgenommen vielleicht Stadtstaaten wie der Vatikan – könnte seine Bevölkerung mit dem, was die eigene Landwirtschaft ermöglicht, problemlos mit genügend Nahrungsmitteln versorgen. Seite 103 (...)amerikanische Konzerne behaupten, dass wir die Gentechnik bräuchten, um das Hungerproblem in der Welt zu lösen, denn durch Gentechnik könne man größere Mengen an Nahrungsmitteln produzieren. Allerdings wird heute bereits mehr Nahrung weltweit hergestellt, als überhaupt konsumiert werden kann. (...) siehe auch We Feed The World. Die von manchen angepriesene Gentechnik ist also keine Lösung. Sie verschlimmert das Hungerproblem sogar, weil sie die Menschen in eine noch größere Abhängigkeit der Konzerne treibt. Die Gentechnik-Konzerne versuchen nämlich, die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion auf der ganzen Welt unter ihre Kontrolle zu bringen. Wie das gehen soll? Zuerst einmal lassen sie sich die von ihnen künstlich entwickelten Pflanzen und deren Samen patentieren. Ihr Argument ist, dass sie für ihren Forschungsaufwand schließlich auch entlohnt werden wollen. Wenn nun ein Bauer diese Pflanzen oder deren Saatgut verwendet, ist er verpflichtet, dafür hohe Lizenzgebühren zu zahlen. Das gilt auch dann, wenn er aus den Pflanzen neuen Samen gewinnen will. Dabei ist gerade dieses Vorgehen seit Menschengedenken die Grundlage bäuerlicher Tätigkeit. (…) Normale bäuerliche Tätigkeiten werden als kriminell eingestuft, für die man verfolgt, bestraft und verhaftet werden kann. Damit droht eine neue Form industrieller Kolonisation, in der nicht nur die Bauern, sondern ganze Länder ihre Rechte verlieren. In diesem Zusammenhang sei noch einmal auf die hervorragende ARTE Dokumentation Monsanto, mit Gift und Genen hingewiesen. ![]() Das Buch zeichnet sich vor allem durch eine leicht verständliche Sprache aus, die komplexe Zusammenhänge trotzdem nicht auf populistische Phrasen reduziert. Eigentlich auch eine Pflichtlektüre für alle Schüler. "Das Buch ist sehr klug und nützlich." Jean Ziegler Zum Buch gibt es weiterführende Informationen auf: http://unsdiewelt.com/ Saturday, July 3. 2010Monsanto Saatgut für Haiti
Wie Telepolis berichtet, versucht der Gentechnik Konzern die Bauern des karibischen Landes über die Lieferung von "Hilfsgütern" von seinen Produkten abhängig zu machen. Diese setzen sich aber zur Wehr und 12.000 Bauern gingen auf die Straße, um eine symbolische Verbrennung des Saatgut durchzuführen.
Zusätzlich soll das Geschenke auch mit den hoch umstrittenen Giften "Fungizid Maxim XO" und "Calypso" behandelt sein. Mehr zu dieser PR-Aktion, die nicht als Hilfe sondern als ein Durchsetzen von Eigeninteressen erscheint im Telepolis Artikel. Tuesday, June 8. 2010Percy Schmeiser in Wien
"Die Gentechnik in der Landwirtschaft sei nie vorangetrieben worden, um Hunger zu bekämpfen. Sie diene lediglich dazu, um Kontrolle über Patente und Bauern zu gewinnen.", so Percy Schmeiser, der zur Zeit gemeinsam mit Ehefrau Louise in Wien weilt.
Percy Schmeiser ist vor allem durch seinen Kampf gegen den Gentech-Riesen Monsanto bekannt geworden. Seine Felder wurden durch Pollenflug mit gentechnisch manipultiertem Saatgut verunreinigt. Daraufhin kam es zu jahrenlangen Gerichtsverhandlungen, in welchen sich der Bauer zur Wehr setzte und damit zur Galionsfigur der Gentechnik-Gegner wurde. In der heutigen Ausgabe des Standard findet sich einem lesenswertes Interview, geführt von Verena Kainrath: http://derstandard.at/1271378371549/Eine-neue-Kultur-der-Angst ![]() Tuesday, April 27. 2010Monsanto möchte Tiere patentieren
Für Schweine, die mit Monsantos Gen-Pflanzen gefütter wurden, startete der Konzern den Versuch, diese zu patentieren.
Einmal mehr offenbart sich damit das Ziel von Monsanto, Bauern und Verbraucher in ein Abhängigkeitsverhältnis zu bringen. Dies würde zu monopolisierten Märkten mit gesteigerten Preisen und einer Reduzierung des Angebotes führen. Doch Lebensmittel sind keine Erfindung von Konzernen. Es handelt sich - wie der Name schon sagt - um LEBENSmittel und damit ein Menschenrecht. Greenpeace: Kein Patent auf Schinken und Schnitzel. 300 Organisationen fordern neue Patentgesetze. Frankfurter Rundschau der Standard Kommentar zum Standard Artikel: Ich sehe das als Widerlegung der Behauptung, dass gentechnisch veränderte Futtermittel keine Spuren im Fleich hinterlassen. Wie sonst sollte ein Patent auf das Fleisch sonst begründet sein? Für mich ein gewichtiger Grund, gentechnische Futtermittel überhaupt zu verbieten. 3. Mai 2010 Monsanto bestätigt, dass Genfutter das Fleisch verändert! Monday, April 19. 2010Linksammlung
Wieder einige Links mit interessanten Themen gefunden:
In der TAZ findet sich folgender Artikel Millionenstrafe für BayerUS-Bauern haben einen Sieg gegen den Konzern errungen, dessen Gen-Reis ihre Ernte verunreinigt hatte. Bayer will gegen das Urteil vorgehen.taz.de Im Standard vom vergangenen Samstag gab es den Schwerpunkt Gentechnik. Hier einige Links zum Einsatz der "Grünen" Gentechnologie: "Genmanipulierte Pflanzen werden verschwinden."Journalistin Marie-Monique Robin hält die Vorteile der Gentechnik in der Landwirtschaft für eine große - von der Agrarindustrie gestreute - LügeArtikel Österreich ist gentechnikfreiUnd im folgenden Kommentar befasst sich Eric Frey mit dem angeblichen Nachteil für Österreich, dass es Gentechnikfrei bleiben möchte.Er hat natürlich mit der generellen Technikfeindlichkeit der Österreich nicht unrecht, aber in diesem Fall kehrt sich das doch eher ins Positive. Kommentar Falls Ihr noch nicht die Unterschriftenliste Gentech-Lebensmittel: Wir fordern Fakten unterzeichnet habt, dann könnt Ihr hier ein Zeichen setzen. Wednesday, April 7. 2010Zwei Webtipps
Ich bin heute beim Surfen auf 2 interessante Seiten gestoßen:
Die erste Seite beschäftigt sich mit Pressearbeit gegen Bio. Wobei auffällt, dass die meisten dieser Artikel immer von den beiden Autoren Michael Miersch und Dirk Maxeiner und dem Lebensmittelchemiker Udo Pollmer stammen. Auf der Seite von Schrott & Korn werden daher die Argumente dieser Kritiker den Fakten gegenübergestellt http://www.schrotundkorn.de/bio-fragen/index.html Die zweite Seite führt zehn Gründe gegen Genfood, also den Einsatz gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in der Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung an http://naturkost.de/genfood/dossier/gruende.html In diesem Zusammenhang sei noch einmal auf die Unterschriften Aktion gegen den Einsatz von Gentechnik hingewiesen. Sunday, April 4. 2010Frohe Ostern
...wünscht all unseren Besuchern und Lesern der Biobauernhof Orth.
![]() "Weichfleisch" = geweihtes Fleisch Thursday, March 18. 2010Gentech-Lebensmittel: Wir fordern Fakten
Die Europäische Kommission hat soeben bewilligt, dass zum ersten Mal seit 12 Jahren genmanipulierte Pflanzen angebaut werden dürfen, und stellt damit den Profit der Gentech-Lobby über das Interesse der Öffentlichkeit.
60% der Europäer sind der Meinung, dass mehr Forschung betrieben werden muss, bevor entschieden werden kann, ob wir Lebensmittel anbauen, die unsere Gesundheit und Umwelt schädigen können. Eine neu ins Leben gerufene Initiative gibt einer Million EU-Bürgern die einmalige Chance, offizielle Anfragen direkt an die Europäische Kommission zu richten. Sammeln wir eine Million Unterschriften, um die Einführung genmanipulierter Nahrungsmittel so lange zu verbieten, bis ausreichende Forschungsergebnisse vorliegen. Bitte unterzeichnen Sie die nachfolgende Petition und leiten Sie diese Nachricht and Ihre Freunde und Familien weiter: https://secure.avaaz.org/de/eu_health_and_biodiversity/ Saturday, March 6. 2010EU-Papier: Flut an Gentechnikprodukten droht!
· Nach Gen-Kartoffel: EU will Gentechnik-Zulassungsprozess beschleunigen
· Versteckter Gesetzesentwurf liegt bei der WTO – Genehmigung bereits in wenigen Tagen möglich · Wissenschafter warnen: Sicherheit für Tier, Mensch und Umwelt in Gefahr · Strikte, nationale Gentechnikverbote (Anbau und Import) als einziger Schutz Die EU-Kommission hat am 2. März mit der Gen-Industrie-Kartoffel Amflora von BASF erstmals seit 1998 eine genmanipulierte Pflanze für den Anbau zugelassen. Obwohl die Stärkehersteller – also die eigentlichen Kunden dieser Kartoffel – sie ablehnen, soll sie auch auf unseren Tellern landen, indem das genmanipulierte Industrieprodukt (!) auch Tieren verfüttert werden darf. Dass zusätzlich gleich drei neue Genmaissorten für den Import – also als Lebens- und Futtermittel zugelassen wurden, macht den Skandal noch größer. Doch das soll erst der Anfang gewesen sein. Offiziell verspricht EU-Kommission den Mitgliedsstaaten eine Wahlfreiheit beim Anbau genmanipulierter Pflanzen – was ihr rundum Beifall einbringt. In Wirklichkeit will sie gleichzeitig mit einer geheim gehaltenen Maßnahme die Zulassung für gentechnisch veränderte Organismen beschleunigen. So soll ganz Europa mit genmanipulierten Futtermitteln überschwemmt werden und der großflächige Anbau in den liberaleren EU-Ländern ermöglicht werden. „Weiteres Abrücken von unabhängiger Wissenschaft“ Vor wenigen Tagen schlugen deshalb weltweit unabhängige Wissenschafter Alarm (englisches Original siehe Anhang): Das an die WTO zur Notifizierung geschickte Dokument – es scheint auf keiner offiziellen Seite der EU auf – würde den Zulassungsprozess beschleunigen und einen weiteren Schritt in Richtung Zulassungs-Gleichklang mit den „Gentechnikländern“ USA/Kanada bringen. Bereits am 9. März könnte es durchgewunken werden (an diesem Tag trifft sich die Kommission das nächste Mal; die Begutachtungsfrist der WTO läuft bis 13.3.) und im Juni Gesetzeskraft erlangen. Eine derartige EU-Verordnung würde den multinationalen Konzernen Vorteile bringen, aber „der Sicherheit für Tier und Mensch sowie dem Schutz der Umwelt kaum Beachtung schenken“, erklären die Wissenschafter. „Was wir in diesem Dokument sehen, ist ein weiteres Abrücken von einer soliden, unabhängigen Wissenschaft (und auf wissenschaftlichen Beweisen basierenden Politik) und ein Ruck in Richtung formeller Anerkennung einer herrschenden Hypothese – nämlich, dass gentechnisch veränderte Pflanzen und Lebensmittel sicher sind.“ Anschließend fügen die unabhängigen Experten 16 wissenschaftliche Bedenken gegen die Gentechnik an. Bereits am 9. März könnte die EU-Kommission diesen Schritt beschließen und im Mai umsetzen. Vorbei an allen demokratischen Einrichtungen einer ohnehin undemokratischen EU. Lösung: sofortige nationale Verbote Was wäre die Lösung? Da sich die wichtigen EU-Institutionen mitsamt EU-Recht als Steigbügelhalter der Gentechnik erwiesen haben, sind sofort nationale Gentechnikverbote zu erlassen – egal, ob dies EU- und WTO-(Un-)Recht widerspricht oder nicht. Die Sicherung der Lebensgrundlagen muss Vorrang haben. Somit sind z.B. in Österreich die drei Forderungen des Gentechnik-Volksbegehrens von 1997, das mehr als 1,2 Mio. Menschen unterschrieben haben, sofort umzusetzen: 1. Kein Essen aus dem Genlabor in Österreich! 2. Keine Freisetzungen genetisch veränderter Organismen (GVO) in Österreich! 3. Kein Patent auf Leben! Die Schweiz gilt als Vorbild: Hier hat das Volk, der Souverän, in einer Abstimmung ein generelles, kommerzielles Gentechnikverbot erwirkt. Auch genmanipulierte Futtermittel werden – im Gegensatz zum restlichen Europa – so gut wie keine verfüttert. Strikte nationale Verbote schränken somit auch den Gentechnik-Anbau in anderen Ländern ein (da nichts mehr importiert wird) und haben Vorbildwirkung. Sie setzen die Saat für die Ausbreitung der Gentechnikfreiheit. Jean Ziegler, ehemaliger UNO-Botschafter für das recht auf Nahrung drückte es klar aus: „Der Zerfall des Nationalstaates bringt den Zerfall des Gesellschaftsvertrages und die Atomisierung des Bürgers mit sich. (…) Wenn die Regierung keine Macht mehr hat, dann bleibt auch der Bürger ohnmächtig dem Raubtierkapitalismus ausgeliefert.“ Anmerkung: und damit natürlich auch der Gentechnik, denn sie ist die Ausgeburt des Raubtierkapitalismus. Es geht um die Sicherung der Lebensgrundlagen. Jeder ist betroffen, denn jeder isst jeden Tag. (1) Original-Presseaussendung von GM free Cymru (Wales) am 23. Februar 2010: http://www.gmfreecymru.org/news/Press_Notice23Feb2010.htm (2) http://members.wto.org/crnattachments/2010/tbt/eec/10_0030_00_e.pdf Generelles Gentechnikverbot fordern Unterschriftenliste Saturday, February 27. 2010 |
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